Im Blickpunkt Nr. 6
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Das Geschäftsjahr 2019/2020 in Zahlen

Der Konzernabschluss ergab bei Gesamterträgen einen Umsatz in Höhe von 53,36 Mio. Euro (Vorjahr: 55,11 Mio. Euro) und ein Betriebsergebnis (EBIT) von 0,43 Mio. Euro (Vorjahr: 4,02 Mio. Euro). Dieses Ergebnis führt zu einem Konzernjahresverlust von 0,56 Mio. Euro (Vorjahr: 1,56 Mio. Euro Überschuss). 

Dass der Verlust insgesamt noch moderat ausgefallen ist, verdankt der Konzern vor allem der Solidarität der Fans und Partner, die zahlreich auf Erstattungsansprüche verzichtet haben, dem Gehaltsverzicht von Spielern und leitenden Angestellten, einem wirksamen Kosteneinsparprogramm und dem Einsatz von Kurzarbeit sowie einem Überschuss in der Transferbilanz.

Das Eigenkapital lag zum 30. Juni 2020 im Konzernverbund bei 13,5 Mio. Euro (22 Prozent).

Das laufende Geschäftsjahr 2020/21 stellt für den Konzern eine große Herausforderung dar. Zu erwarten ist ein pandemisch bedingter Umsatzrückgang von mehr als 10 Mio. Euro. Dieser ergibt sich unter anderem aus den Umsatzeinbußen durch Heimspiele ohne Zuschauer*innen bis Ende 2020, einen erwarteten Zuschauerschnitt von lediglich 5.000 Zuschauern pro Heimspiel im Jahr 2021, den Ausfall des Veranstaltungs- und Eventgeschäfts bis mindestens Frühjahr 2021 sowie Umsatzeinbußen in den Fanshops und der Rabauken Fußballschule.

Diese Einnahmeverluste werden durch Kosteneinsparmaßnahmen wie Gehaltsverzichte von Lizenzmannschaft und leitenden Angestellten, Kurzarbeit sowie die Reevaluierung von Projekten und Kostenplänen nur bedingt zu kompensieren sein. Darum rechnet der FC St. Pauli mit einem Verlust von mehr als 5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2020/21.

Um auf dieses Szenario vorbereitet zu sein und die nötige Liquidität zu gewährleisten, hat der Konzern bereits im April 2020 Vorsorge für das aktuelle Geschäftsjahr getroffen und zusätzliche Finanzmittel aufgenommen.

Carsten Höltkemeyer, Vizepräsident FC St. Pauli: "Wie viele andere Unternehmen auch ist der FC St. Pauli von der Corona-Pandemie betroffen und schreibt nach neun Jahren zum ersten Mal wieder einen Konzernverlust aus. Die wirtschaftliche Lage bleibt auch für das aktuelle Geschäftsjahr angespannt. Es sind große Anstrengungen erforderlich, um die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auch weiterhin kompensieren zu können."

 

Fotos: Witters