Im Blickpunkt Nr. 4
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ANGEBRANNT

Bei den ersten nationalen Jugendmeisterschaften in dieser Saison erreichen die Spieler*innen des FC St. Pauli die Plätze 13 (zwei Mal) und 23. Unter den gegebenen Umständen (Pandemie und Hitze) ein gutes Ergebnis. Mit viel Unterstützung von AFM, Amateurvorstand und Abteilungsleitung wurden die Jugendlichen auf die Reise geschickt – mit viel Wettkampferfahrung kamen sie zurück. Für die daheimgebliebenen Fans gab es einen intensiv genutzten Ergebnisservice in den sozialen Medien.


In der heißen und staubigen Luft der Magdeburger Börde überzeugten die Jüngsten am meisten: Louisa Sylla und Geeske Camp (#28 der Setzliste) spielten an allen Wettkampftagen sehr solide. Nur auf einem gemeinsamen Turnier konnten sich Louisa und Geeske davor einspielen. Viel zu wenig, um in allen Spielsituationen bestmöglich zu agieren. In der Vorrunde verloren unsere St. Pauli-Girls gegen das Team #5 von der Setzliste (11:15 und 5:15), doch bereits im zweiten Spiel rockten Louisa und Geeske zurück: Mit 15:7 und 15:8 schickten sie ihre Kontrahentinnen nach Hause. Als Gruppendritte qualifizierten sie sich für die Zwischenrunde und siegten ebenso deutlich gegen ein unerfahrenes Team aus Baden-Württemberg (15:12 und 15:3).


Am zweiten Wettkampftag standen die Braun-Weißen in einem KO-Spiel der #16 der Setzliste gegenüber. Trotz morgendlicher Kühle kamen Louisa und Geeske oft einen Schritt zu spät und verloren 15:8 und 15:9. Zur Mittagszeit folgte dann ein weiteres KO-Spiel um den Verbleib im Turnier. Letzte Chance, um die Platzierung zu verbessern. Alles wurde rausgehauen, sich im Sand gewälzt, aufgerappelt und hochgesprungen, kleiner Sprint zum Ball und wieder hochgesprungen. 45 Minuten bei 36 Grad. Am Ende siegten die Mädchen aus Wiesbaden mit 15:12, 6:15 und 10:15. Geeske kollabierte danach und wurde in kalte Handtücher gerollt und mit Kältekissen belegt. Mit zwei Siegen und drei Niederlagen sind die Debütantinnen insgesamt zufrieden: Viel gelernt. Mit Platz 13 gelang eine echte Überraschung. 


Im Vorjahr erreichten Malte Höppner und Moritz Camp Platz neun, doch in diesem Jahr platzte die Vorbereitung wegen einer Daumenverletzung von Blockspieler Malte. Wegen der Sportbeschränkungen konnten darüber hinaus zeitweise keine Turniere gespielt werden, sodass die Sand-Paulianer ohne gemeinsame Vorbereitung an den Start gehen mussten. Nächste blöde Nachricht: Da die Hamburger Landesmeisterschaften abgesagt wurden, konnte der Landestrainer nur die Teams aus seinem Wirkungskreis nominieren. Der Landestrainer vertraut Maltes Genesung nicht und nominiert unsere "9" als Hamburger Vize-Meister. Das bedeutete Startplatz #31 und die Aussicht, sehr früh im Turnier auf die Top-Teams zu treffen. Optimal ist anders.


Malte und Moritz starteten mit einer 0:2-Niederlage (12:15 und 13:15) gegen Clauss/Gilbrich aus Sachsen (#2 der Setzliste). Eigenfehler im Angriff – nach guter Annahme und gutem Zuspiel – sind ärgerlich! Im zweiten Gruppenspiel gegen Dobbertin/Richter (#18 der Setzliste) erspielten sich Malte und Moritz den Erfolg im Tie-Break (10:15, 15:9 und 15:12) und damit die Teilnahme an der Zwischenrunde – trotz immer noch hoher Fehlerquote im Angriff. Die Brüder Voith (#17) aus Brandenburg waren gegen die Kiez-Beacher Favorit und hatten zuvor das #1-Team gehörig gefordert. Spannung im Backofen von Barby: Ist die Lernkurve von Malte und Moritz steil genug? Die Brandenburger wählten die falsche Aufschlagstrategie und brachten Malte ins Spiel. Ein Fehler, denn die Ostdeutschen verloren glatt mit 17:15 und 15:11. Das reichte, damit die Kiez-Beacher ins Sechszehntel-Finale einziehen konnten.


Camp/Höppner begannen am zweiten Wettkampftag gegen Graven/Rupprecht (#5 der Setzliste) aus Bayern. Ein extrem spielstarkes Team mit hyperflinkem Abwehrspieler, das später die Bronzemedaille gewinnen sollte. Doch die Bayern müssen beißen an diesem Tag. Moritz sammelt die Bälle hinten ein und knallt oder lupft sie nach Belieben in alle Ecken des Feldes. Malte blockt und klatscht die Bälle pfeilartig am Block vorbei. Ein Spiel auf Augenhöhe mit dem besseren Ende für die eingespielten Süddeutschen: 12:15, 16:14 und 11:15. Das hohe Niveau lobt sogar der Trainer der Gegner und auch der Hamburger Landestrainer ist beeindruckt. Leider sind die Akkus des Teams danach leer und das nächste KO-Spiel gegen die #29 der Setzliste wird 12:15 und 4:15 verloren. Malte klebt an der imaginären Glaswand und die zuvor gesehene Präzision und Geschwindigkeit sind futsch. Mit zwei Siegen und drei Niederlagen konnte die Vorjahresplatzierung zwar nicht erreicht werden, aber umstandsbedingt ist Platz 13 respektabel. Bestes Hamburger Jungs-Team übrigens.

St. Pauli-Boy Tim Sevecke und sein Partner (#14 der Setzliste) gelangen in der unteren Turnierhälfte zwei Siege. Beeindruckend jedoch das Finish: Innerhalb von vier Stunden spielte das Team neun Sätze (drei Tie-Breaks) und gewann zwei Spiele. Platz 23 zum Abschluss fühlt sich daher gut an.