Im Blickpunkt Nr. 2
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Was ist Rassismus? Eine Erklärung von der Amadeu Antonio Stiftung

Im Rahmen der Aktion "Kein Platz für Rassismus" vom FC St. Pauli und congstar übernimmt die Amadeu Antonio Stiftung am Mittwoch (17.3.) die sozialen Kanäle des FCSP und klärt einen Tag über Rassismus auf. Die Definition von Rassismus lest Ihr hier.

Rassismus ist eine Ideologie, die Menschen aufgrund ihres Äußeren, ihres Namens, ihrer (vermeintlichen) Kultur, Herkunft oder Religion abwertet. Entstanden ist sie maßgeblich im 16. Jahrhundert. Rassismus diente der Legitimierung von Kolonialisierung und damit auch von Dehumanisierung, Ausbeutung, Versklavung, Vergewaltigung und Genoziden vermeintlich minderwertigerer Völker außerhalb Europas. Verstärkt wurde die Ideologie durch den Missbrauch der Wissenschaft, die die Menschen mit angeblichen 'Beweisen' in verschiedene biologische Rassen einteilte. Im Nationalsozialismus fand die Rassenideologie mit den Genoziden an Juden und Jüdinnen*, Sinti*zze  und Rom*nja und anderen Gruppen einen neuen traurigen Höhepunkt.

Mithilfe von Rassismus werden bis heute ungleichwertige soziale und ökonomische Lebensverhältnisse, die Ausgrenzung von Menschen und sogar verbale und physische Gewalt gerechtfertigt. Rassismus ist dabei kein 'einfaches' Mobbing, denn Rassismus beruht auf einem realen Machtunterschied, der sich bis heute in unserer Gesellschaft und in der Vormachtstellung der 'westlichen Welt', bzw. des globalen Nordens fortsetzt. Voraussetzung dafür ist, dass Menschen nach äußerlichen oder (vermeintlichen) kulturellen Merkmalen in 'Wir' und 'Andere' eingeteilt werden. Die 'Anderen' werden dabei als weniger wertvoll eingestuft und aktiv abgewertet. Jede individuelle rassistische Erfahrung von Betroffenen ist damit auch auf strukturelle – also gesellschaftliche, politische und institutionelle – Diskriminierung zurückzuführen und kann deshalb nur bestimmte marginalisierte Personengruppen treffen.

In Deutschland betrifft das nicht-weiße Menschen – jene, die als nicht-deutsch, also mutmaßlich nicht wirklich der weißen Mehrheitsgesellschaft zugehörig angesehen werden. Wenn Menschen nicht nach ihren individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften, sondern als Teil einer vermeintlich homogenen Gruppe beurteilt werden, dann ist das Rassismus. Die Amadeu Antonio Stiftung tritt für eine Gesellschaft ein, die Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit klar benennt und bekämpft. Gemeinsam mit vielen Partner*innen setzen wir uns für Gleichwertigkeit und eine pluralistische Gemeinschaft ein.

 

Text: Amadeu Antonio Stiftung