Im Blickpunkt
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© Ariane Gramelspacher

HAMBURG HAT EIN NEUES MUSEUM!

Am 23. Januar 2020 eröffnete das FC St. Pauli-Museum nach intensiven Umbau- und Erweiterungsarbeiten seine Dauerausstellung unter dem Motto „KIEZBEBEN 2.0“. Die Zeit der Wechselausstellungen ist vorbei. Die Arbeit nicht. Christoph Nagel aus dem Vorstand des Betreibervereins 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. erzählt, wie es weitergeht.

Moin, Christoph von 1910 e.V. hier. Einer von vielen, die gemeinsam das FC St. Pauli-Museum in der Gegengerade aufgebaut haben. Von den allerersten Flyer- und Spendenaktionen 2012 bis zur Eröffnung der Dauerausstellung im Januar 2020. Und darüber hinaus. Denn auch wenn wir viel erreicht haben – in vielerlei Hinsicht fängt die wahre Museums-Arbeit jetzt erst an.

Was der FC St. Pauli vorgemacht hat – das möchten wir (in etwas kleinerem Maßstab) auch erreichen: Eine wirtschaftlich und inhaltlich dauerhaft tragfähige, lebendige und wachsende Organisation, in der Ehrenamtliche und ein Stamm an hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam das „Große Ganze“ voranbringen.

Das Museum wird Arbeitgeber

Schon jetzt hat das FC St. Pauli-Museum eine Größe und Komplexität erreicht, die rein ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen ist. Schließlich ist die über 600 Quadratmeter große Ausstellung – geöffnet immer Do bis So – nur die „Spitze des Eisbergs“ des Museumsbetriebes.

Stadionführungen und 1910-Weinbar, Bildung am Millerntor und das Dieter-Rittmeyer-Archiv zur Vereinsgeschichte, 1910-Container und Zeitzeugenprojekt, Onlineshop und Miniatur-Millerntor, Vermietungen und Veranstaltungen: Es tut sich jeden Tag unheimlich viel auf allen Ebenen. Rein ehrenamtlich betriebene und z.T. hauptamtlich betriebene Bereiche arbeiten Hand in Hand zusammen. Wir sind Arbeitgeber geworden. Ein gutes Gefühl, aber auch eine große Verantwortung.

Schließlich geht es jetzt nicht etwa nur darum, ein „fertiges“ Museum zu verwalten und zu betreiben: Wir werden unsere Dauerausstellung immer wieder erweitern und verändern, um immer mehr Epochen der Vereinsgeschichte gerecht zu werden und auch immer mehr über die Abteilungen des FC St. Pauli zu erzählen. Es wird Sonderausstellungen geben und Veranstaltungen, wie jetzt schon jeden Donnerstag in unseren „KIEZBEBEN-Nächten“.

Ein Teil des Vereins

Warum wir überhaupt im „Blickpunkt“ schreiben, wurde ich vor Jahren einmal gefragt. Wir wären doch gar keine Abteilung des FC St. Pauli. Stimmt: Das sind wir nicht. Wir sind ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Aber wir haben einen Beschluss umgesetzt, den die Mitglieder des FC St. Pauli 2010 gefasst haben: Nämlich die Einrichtung eines FC St. Pauli-Museums.

Die meisten unserer Mitglieder sind zugleich Mitglied im FC St. Pauli (auch ich). Trotz unserer Unabhängigkeit: Wir sehen uns als Teil des Vereins. So wie es der Fanladen oder die Fanräume auf ihre Art ebenfalls sind. Eigentlich sagt unser Name schon alles: 1910 – Museum FÜR den FC St. Pauli.

Wir haben noch viel vor, und das können wir natürlich nicht alleine erreichen. Wir brauchen auch weiterhin die gute Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in allen Abteilungen und Arbeitsbereichen des FC St. Pauli, damit wir das sein können, was wir uns immer gewünscht haben: Ein Ort für alle St. Paulianerinnen und St. Paulianer, die die Werte unseres Vereins leben und voranbringen. Egal in welcher Sportart, egal ob alt oder jung.

Wir haben noch viel vor – und bitten Euch dafür um Eure Unterstützung. Wie es mal beim FC St. Pauli so schön hieß: „Wir sind noch nicht fertig“!

Das KIEZBEBEN 2.0 im FC St. Pauli-Museum ist Do von 15-22, Fr von 15-19 und Sa+So von 11-19 Uhr geöffnet. Tagesticket 7 Euro (ermäßigt 4 Euro), Dauerkarte ab 20 Euro. AFM-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt. Infos: www.kiezbeben.de

Wo kommt das Geld für das Museum her?